Abgabefristen, Verspätungszuschläge und Verzinsung für Steuererklärungen 2019

Abgabefrist

In § 149 Abs. 3 AO ist die Abgabefrist für Steuererklärungen geregelt sofern diese durch Angehörige der zur Steuerberatung befugten Berufe erstellt werden. Grundsätzlich endet demnach die Abgabefrist am letzten Tag des Monats Februar des übernächsten Kalenderjahres. Für Steuererklärungen des Veranlagungszeitraums 2019 hat das Bundesministerium der Finanzen durch Schreiben (koordinierter Ländererlass) vom 15.04.2021 auf Grund der COVID 19 – Pandemie diese Abgabefrist bis zum 31. August 2021 verlängert. (Für Land- und Forstwirte mit einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr gelten verlängerte Fristen).

Für Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärungen selbst erstellen, gilt die verlängerte Abgabefrist nicht. In diesen Fällen sind die Steuererklärungen bis zum 31. Juli des Folgejahres (bis Veranlagungszeitraum 2017 war dies der 31. Mai) einzureichen. Für den Veranlagungszeitraum 2019 war dies der 31. Juli 2020.

Anzumerken ist, dass diese Fristen nicht für Steuererklärungen gelten, die vorab vom Finanzamt angefordert wurden.

Verspätungszuschläge

Verspätungszuschläge werden vom Finanzamt gemäß § 152 Abs. 2 AO von Amts wegen festgesetzt sofern eine Erklärungssäumnis des Steuerpflichtigen im Sinne des § 152 Abs. 1 AO vorliegt. Die zwingende Festsetzung von Verspätungszuschlägen gilt gemäß § 152 Abs. 3 AO nicht, wenn:

-Fristverlängerung durch das Finanzamt gemäß § 109 AO gewährt wurde

-die festgesetzte Steuer Null beträgt oder negativ ist

-die festgesetzte Steuer entspricht den geleisteten Vorauszahlungen oder liegt darunter.

Die Höhe der Verspätungszuschläge beträgt 0,25 v. H. der festgesetzten Steuer pro angefangen Monat der verspäteten Abgabe, mindestens 10,00 Euro pro angefangen Monat.

Sofern es sich um Steuererklärungen handelt, die sich auf ein Kalenderjahr beziehen (wie z. B. die Einkommensteuer) wird der Verspätungszuschlag aus der festgesetzten Steuer abzüglich der festgesetzten Vorauszahlungen sowie abzüglich der anzurechnenden Steuerabzugsbeträge berechnet und beträgt mindestens 25,00 Euro pro angefangen Monat.

Der Verspätungszuschlag ist auf volle Euro abzurunden und darf 25.000,00 Euro nicht übersteigen.

Verzinsung

Die Verzinsung gemäß § 233a AO i. V. m. Artikel 97 § 36 Abs. 2 EGAO von Nachzahlungen zur Einkommen- und Körperschaftsteuer 2019 beginnt am 1. Oktober 2021. Die Zinsen betragen 0,5 v. H. pro vollen Monat. Dies entspricht einem Jahreszinssatz von 6 v. H.

Für die Berechnung der Zinsen wird der zu verzinsende Betrag jeder Steuerart auf den nächsten durch 50 Euro teilbaren Betrag abgerundet.

Beispiele:

 Beispiel 1Beispiel 2Beispiel 3
Beispiel VerspätungszuschlagEuroEuroEuro
festgesetzte Einkommensteuer 2019 27.500,00253.600,00 7.500,00
abzüglich Vorauszahlungen-19.000,00-50.800,00-19.000,00
Bemessungsgrundlage Verspätungszuschlag 8.500,00202.800,00-11.500,00
  
daraus 0,25 v. H. pro angefangenen Monat der verspäteten Abgabe 21,25 507,00 0,00
 
  
mindestens jedoch pro ange-fangenen Monat
der verspäteten Abgabe
25,00 ./. ./.
 
    
 Beispiel 1Beispiel 2Beispiel 3
Beispiel VerzinsungEuroEuroEuro
festgesetzte Einkommensteuer 2019 27.598,00275.980,00 7.500,00
abzüglich Vorauszahlungen -19.000,00 -50.800,00-19.000,00
Bemessungsgrundlage Verzinsung 8.598,00225.180,00-11.500,00
  
Abrundung auf den nächsten 171,96 4.503,60 -230,00
durch 50 teilbaren Betrag 171,00 4.503,00 -230,00
x 50 = Bemessungsgrundlage Zinsen 8.550,00225.150,00-11.500,00
  
daraus 0,5 v. H. pro vollen Monat bis zur Steuerfestsetzung 42,99 1.125,90 -57,50
 
    

Autor:

Mandy Taubert

H & E Steuerberatungsgesellschaft mbH

Posted by jmueller